Einen Überblick über die Presseberichte zum Verein LDNS e.V. der letzten Jahre gibt Ihnen im Folgenden eine Presseschau:

 

2016

Hans-Joachim Lang, Die Spur zum Gräberfeld X, in: Schwäbisches Tagblatt, 15. März 2016
Lang berichtet über den Film „Viktors Kopf“ der Filmemacherin Carmen Eckardt. Sie ist die Urenkelin des Anarcho-Syndikalisten Viktor Kunz, der seinen Widerstand gegen den Nationalsozialismus schließlich mit seinem Leben bezahlte. Er wurde 1943 verhaftet und von Roland Freisler zum Tode verurteilt. Nach seiner Hinrichtung in Stuttgart kam seine Leiche ins Anatomische Institut der Universität Tübingen, bevor sie auf dem Gräberfeld X auf dem Tübinger Stadtfriedhof bestattet wurde. Die bundesrepublikanische Justiz habe sich jedoch geweigert, Viktor Kunz zu rehabilitieren, und auf der Tübinger Bronzetafel ist sein Name weiterhin falsch geschrieben. Der Film feierte im Kino Arsenal Premiere, Mitveranstalter war das LDNS.

Hans-Joachim Lang, Theodor Eschenburgs „kalte Arisierungen“, in: Schwäbisches Tagblatt, 7. Juni 2016
Lang berichtet über einen von der Geschichtswerkstatt und dem Verein LDNS organisierten Vortrag von Anne Rohstock zu Theodor Eschenburgs Rolle im Dritten Reich. Benedict von Bremen habe in seiner Einführung „indirekt auch auf die aktuelle Absicht“ hingewiesen: „Die Deutsche Vereinigung für Politische Wissenschaft habe ihren nach Theodor Eschenburg benannten Preis abgeschafft, aber in Tübingen sei der „immer noch Ehrenbürger“.“ Inhaltlich berichtet Lang von Rohstocks Archivfunden, die Eschenburgs Mitwirkung an „Arisierungen“ nach 1939 belegen sollen.

Horst Hengstler, Leserbrief: Der Vergleich hinkt, 10. Juni 2016
Der Leser verteidigt Eschenburg gegen die Argumente von Anne Rohstock, unter anderem mit Verweis auf die „Weisungsgebundenheit der Verbände (Eschenburg)“.

Hans-Joachim Lang, Interview: Kein eindeutiges Urteil möglich, in: Schwäbisches Tagblatt, 11. Juni 2016
Lang interviewt den Historiker Udo Wengst, Doktorvater von Anne Rohstock und Eschenburg-Biograf. Darin beschwert sich Wengst, dass Rohstock ihn nicht über ihre Quellenfunde informiert habe. Für Wengst war Eschenburg seit 1924 ein „Anhänger der Weimarer Republik“, später habe er „stets auf größtmögliche Distanz zum NS-System“ geachtet. Auch widerspricht Wengst Rohstocks Deutung der Rolle Eschenburgs im Zweiten Weltkrieg, die seiner Meinung nach differenzierter ausfallen müsse.

o.V., Für eine Stolperstein-Gruppe, in: Schwäbisches Tagblatt, 23. Juni 2016
Der Förderverein für jüdische Kultur setzt sich für Stolpersteine als Beitrag zur Erinnerung an ehemalige jüdische Mitbürger ein, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Zudem beschloss der Verein, dem LDNS beizutreten.

Hans-Joachim Lang, Gar eine Hochburg der Hochburgen, in: Schwäbisches Tagblatt, 26. August 2016
Lang setzt sich mit der von Geschichtswerkstatt und LDNS vertretenen These auseinander, Tübingen sei eine „Hochburg“ der Nationalsozialisten gewesen. Mit Blick auf Wahlergebnisse sei diese These aber zurückzuweisen. Auch seien zwar spätere Führer der „Einsatzgruppen und Einsatzkommandos der SS“ an der Tübinger Universität sozialisiert worden, aber nur „zwei ausschließlich in Tübingen“. Unter den Professoren seien bis 1933 keine NSDAP-Mitglieder vertreten gewesen, und auch die Tatsache, dass die Universität 1934 den ersten deutschen Lehrstuhl für Rassenkunde gründete, bedeutet für Lang nicht, dass daraus „eine rassenbiologische Vorreiterrolle Tübingens“ folgte. Auch anderswo habe es schließlich solche Lehrstühle gegeben. Insgesamt bestehe, so Lang, noch erheblicher Forschungsbedarf, um die Frage nach der Hochburg vergleichend zu beantworten. In vielen Bereichen treffe die These jedoch nicht zu.

Dr. Helmut Fischer, Leserbrief: Ein Sumpf, in: Schwäbisches Tagblatt, 31. August 2016
Fischer beschäftigt sich mit Langs Artikel zur Hochburg-These. Sein Fazit: „Mit dieser Methode der proportionalen Vergangenheitsüberwältigung sollte den Lesern des ST am 26. August vor Augen geführt werden, dass Tübingen keine Hochburg der Hochburgen des Nationalsozialismus war, eher eine Senke, ein von Burgen und Hochburgen umgebener Sumpf.“

Jens Kolata, Leserbrief: Kein Ranking, in: Schwäbisches Tagblatt, 31. August 2016
Kolata klärt gegenüber Lang die Position der Geschichtswerkstatt: Sie habe „nie behauptet, dass Tübingen DIE nationalsozialistische Hochburg war, sondern EINE.“ Zudem sei zumindest der Forschungsstand bezüglich der Sterilisationspraxis in Tübingen nicht so schlecht wie von Lang behauptet.

Dr. Martin Ulmer, Leserbrief: Selektiver Umgang, in: Schwäbisches Tagblatt, 31. August 2016
Ulmer wirft Lang einen „zuweilen selektiven und resistenten Umgang mit Fakten und Quellen“ vor. So habe Lang die überdurchschnittlichen Wahlergebnisse der NSDAP in der Stadt Tübingen 1932 und 1933 schlicht verschwiegen und sei auf das niedrigere Ergebnis des Oberamtes ausgewichen.

Erwiderung von Hans-Joachim Lang: Auch die Geschichtswerkstatt argumentiere zum Teil „auf fadenscheinig dünner Quellenbasis“ und überhöhe die Bedeutung der Brandschutzmauer im alten Güterbahnhof.

Hans-Otto Binder, Leserbrief: Stets einsatzbereit, in: Schwäbisches Tagblatt 2. September 2016
Binder verweist darauf, dass die „Brandschutzmauer mit Beobachtungsstand“ im Zuge der Kriegsvorbereitungen im ehemaligen Güterbahnhof eingezogen worden sei. „Da es nicht mehr sehr viele Güterbahnhöfe gibt, ist es ein seltenes Relikt mit Denkmalwert.“ Nachdem dort auch sowjetische Kriegsgefangene zum Arbeitseinsatz kamen, sei eine Verwendung des Beobachtungsstands zum Zweck ihrer Bewachung „naheliegend.“

Benedict von Bremen, Leserbrief: Ist kein Argument, in: Schwäbisches Tagblatt, 2. September 2016
Von Bremen verweist auf die antisemitischen Vorfälle in Tübingen in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. Auch hätten Geschichtswerkstatt und das LDNS Anfang Juli neue Forschungsarbeiten zu „Tübinger NS-Akteuren“ vorgestellt – „das TAGBLATT berichtete aber nicht.“

Renate Angstmann-Koch, Das historische Verdienst eines Fräuleins, in: Schwäbisches Tagblatt, 7. September 2016
Angstmann-Koch berichtet über die Stadtführung von Mitgliedern des LDNS, die sich dem Leben von Lilli Zapf widmete. Sie hatte 1974 das Buch „Die Tübinger Juden“ publiziert und damit einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung geleistet. Zapf, gelernte Kindergärtnerin, eröffnete 1932 in Berlin eine Schreibstube, zu deren Kunden auch jüdische Studenten zählten. So kam sie ins Visier der Gestapo und emigrierte 1935 in die Niederlande. 1952 zog sie nach Tübingen und arbeitete dort als Sekretärin in Kliniken. Nach ihrem Renteneintritt begann sie ihr Buchprojekt, mit dem sie zur Verständigung zwischen Juden und Christen beitragen wollte. „Doch sie benannte keine Täter, sie wollte nicht spalten.“ In der Tübinger Stadtgesellschaft hatte dagegen seit 1948 Verdrängung vorgeherrscht. Erst mit Amtsantritt von Eugen Schmid als OB habe eine aktive Aufarbeitung eingesetzt.

Philipp Koebnik, Für Karrieristen und Opportunisten, in: Schwäbisches Tagblatt, 17. Oktober 2016
Michael Kuckenburg widmete sich in einem Vortrag dem NS-Lehrerbund. Dieser hatte 1932 noch 6000 Mitglieder, ein Jahr später aber schon 120 000. In der Weimarer Republik hatte noch der sozialdemokratische Allgemeine Deutsche Lehrerverband dominiert, dies änderte sich jedoch, so Kuckenburg, mit der Weltwirtschaftskrise. Ein Grund für den individuell zu vollziehenden Übertritt sah der Referent in den materiellen Vorteilen, die eine NSLB-Mitgliedschaft mit sich brachte. Andererseits waren die NSLB-Mitglieder verpflichtet, immer wieder an mehrwöchigen „Lagerschulungen“ teilzunehmen. Im Tübinger Fall wurden die führenden NSLBler auch nach dem Krieg nicht belangt, sondern erhielten die volle Pension. Anders die im Nationalsozialismus Verfolgten: Die Kommunistin Julie Majer etwa erhielt 1937 Berufsverbot und musste seither als Näherin arbeiten.

Ulrich Hägele, Leserbrief: Nicht so groß, in: Schwäbisches Tagblatt, 21. Oktober 2016
Hägele verweist auf ein Forschungsprojekt, das in den 1980er Jahren unter Utz Jeggle am Ludwig-Uhland-Institut den NS im Landkreis Tübingen untersuchte. Demnach seien 47,1 Prozent der Lehrer nicht der NSDAP beigetreten. Somit sei klar, dass die zeitgenössische Behauptung, als Beamter habe man Parteigenosse sein müssen, eine „bloße Schutzbehauptung im Kontext des individuellen wie kollektiven Verdrängens und Vergessens“ war.

 

2015

Hans-Joachim Lang, Zwangsarbeit als Schwerpunkt, in: Schwäbisches Tagblatt, 12. Januar 2015
Lang berichtet von der Pressekonferenz des Vereins LDNS e.V., auf dem dieser seine neue Konzeption für ein Lern- und Dokumentationszentrum zum NS im ehemaligen Güterbahnhof vorstellte. Geplanter Schwerpunkt sei aufgrund des dort erhaltenen Beobachtungsstandes, von dem aus sowjetische Kriegsgefangene überwacht wurden, das Thema Zwangsarbeit. Dabei solle nicht nur auf Zwangsarbeit in Tübingen eingegangen werden, sondern geografisch auch die ländliche Region Südwürttemberg mit eingeschlossen werden. Ziel sei die Stärkung der demokratischen Gesellschaft. Zwei Geschichtslehrer, die ebenfalls auf der Pressekonferenz anwesend waren, betonten die Notwendigkeit eines solchen Lernangebots. Notwendig seien hierfür, so der Verein, über 300 Quadratmeter, die Investitionskosten beliefen sich auf einmalig 525 000 Euro, die jährlichen Personal- und Betriebskosten lägen bei mindestens 115 000 Euro. Angedacht sei eine Mischfinanzierung.

Ulla Steuernagel, Noch viele Fragen offen, in: Schwäbisches Tagblatt, 17. Januar 2015
Die Autorin beschreibt den unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Beobachtungsstand in der Güterhalle, um den herum das Lern- und Dokumentationszentrum zum NS entstehen soll, als „unspektakulär“. Er bedürfe daher der Erklärung durch Texte. Der Verein LDNS veranschlagt insgesamt 550 m2, um künftig bis zu 40 Schüler über den Nationalsozialismus aufzuklären. Dies solle auch über Ausstellungsobjekte erfolgen, auch wenn der Verein bisher nur im Besitz der über 4000 Schriftstücke umfassenden Sammlung Wedlich sei. Christine Arbogast, Erste Bürgermeisterin, sehe dagegen noch Diskussionsbedarf bezüglich Größe und regionaler Ausrichtung des geplanten LDNS. Wiebke Ratzeburg, Leiterin des Stadtmuseums, sehe in einem möglichen Lern- und Dokumentationszentrum keine Konkurrenz für ihre Einrichtung, sondern eine Ergänzung.

Hans-Joachim Lang, Übrigens: Lernzentren zum NS sind die Schulen, in: Schwäbisches Tagblatt, 17. Januar 2015
Lang kritisiert die Ausrichtung des geplanten Lern- und Dokumentationszentrums zum NS auf die Region Südwürttemberg. Diese, so Lang, habe jedoch überhaupt keinen entsprechenden Bedarf signalisiert. Allerdings erkennt der Autor das Grundanliegen des Vereins an, Wissen über den Nationalsozialismus als Teil der „demokratischen Grundausbildung“ zu vermitteln. Diese Aufgabe sieht Lang jedoch ausreichend von Schulen, Stadt- und Universitätsmuseum wahrgenommen. Er kritisiert den Verweis des Vereins, die ehemalige Güterhalle sei ein „authentischer Ort“, denn, so Lang, „jeder Kubikzentimeter Raum in Deutschland“ müsse als ein solcher Ort gelten. Abschließend stellt er fest, der Verein habe es in vier Jahren nicht geschafft, ausreichend Unterstützung für ein lokales LDNS zu gewinnen. Die Lösung könne folglich nicht in einer noch „größere[n] Einrichtung“ liegen.

Hans-Otto Binder, Leserbrief: Vielleicht hilfreich, in: Schwäbisches Tagblatt, 20. Januar 2015
Binder begrüßt H.-J. Langs Kommentar als Beitrag, der die Diskussion um ein mögliches Lern- und Dokuzentrum „breiter und transparenter“ mache. Gegen Langs Behauptung verweist Binder auf die Aussage zweier Lehrer, wonach ein solches Zentrum von den Schulen erwünscht sei. Weder gebe es ein solches Zentrum in Südwürttemberg, noch sei bisher das Thema Zwangsarbeit ausreichend aufgearbeitet oder gar ins öffentliche Bewusstsein getreten.

Heinz Högerle, Leserbrief: Ziemlich daneben, in: Schwäbisches Tagblatt, 20. Januar 2015
Högerle attestiert Lang, er habe nur „Pappkameraden auf[gestellt], die er dann scheinbar elegant umstoßen kann“. Högerle erachtet dagegen die Errichtung eines Lern- und Dokumentationszentrums in Tübingen für notwendig, denn Schüler könnten dort am authentischen Ort ihr „demokratisches Bewusstsein stärken“. Ein LDNS würde auch von den Gedenkstätten in der Region „mit großer Freude“ begrüßt werden, so der Vorsitzende des Gedenkstättenverbundes Gäu-Neckar-Alb.

Benedict von Bremen, Leserbrief: Demokratische Werte, in: Schwäbisches Tagblatt, 21. Januar 2015
Der Leserbriefschreiber begründet die Notwendigkeit eines Lern- und Dokumentationszentrums zum NS mit „der Alltäglichkeit des NS“. Zwar gebe es schon einige Gedenkstätten und –tafeln, jedoch sei „konzentriertes Lernen“ nur in einem Zentrum mit Bibliothek und Arbeitsplätzen möglich. Tübingen eigne sich als „Stadt der kurzen Wege im Herzen Württembergs“ gut für eine solche Institution, die bei der Vermittlung der NS-Geschichte nicht in Konkurrenz zu Schulen treten werde, sondern als „bereichernde Ergänzung“. Gerade in Zeiten zunehmender Fremdenfeindlichkeit sei die Vermittlung demokratischer Werte besonders wichtig.

Gerd Simon, Leserbrief: Nicht das erste Mal, in: Schwäbisches Tagblatt, 23. Januar 2015
Simon macht für die Verzögerung bei der Planung eines Lern- und Dokumentationszentrums „im Hintergrund wirkende[], nichtsdestoweniger tonangebende[] Kreise[]“ verantwortlich. Tübingen war nach Ansicht Simons „die Brutstätte der SS-Mörder im besetzten Osten und Südosten“. Er verweist auf die einschlägigen Verlage in der Region, die noch immer Neonazis mit „Pseudo-Informationen“ versorgten. Daher würden die Neonazis, so mutmaßt der Autor, auch „Langs Kommentar mit Begeisterung gelesen haben“.

Helmut Wacker, Leserbrief: Kaum möglich, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. Januar 2015
Der Leser bezweifelt, dass der Beobachtungsstand in der ehemaligen Güterhalle der Überwachung von Personen gedient haben konnte, da die „Schieß-Scharte“ das Blickfeld der Wächter zu stark eingeschränkt hätte. Vielmehr habe der Stand dem allgemeinen Brandschutz im Zuge des Luftkriegs gedient.

Monika Laufenberg, Leserbrief: Hier ist es passiert, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. Januar 2015
Laufenberg hebt hervor, dass die NS-Untaten gerade auch an einem so unscheinbaren Ort wie der ehemaligen Güterhalle in Tübingen stattfanden. „Darum ist es so wichtig, solche unspektakulären Alltagsorte mit ihrer Vergangenheit bekannt zu machen […]“.

Harald Kersten, Leserbrief: Schlecht recherchiert, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. Januar 2015
Kersten wirft Hans-Joachim Lang schlechte Recherche vor. Denn das Zentrum sei von Beginn an „für die Region Südwürttemberg“ konzipiert gewesen. Die Güterhalle sei für ein Lern- und Dokumentationszentrum zum NS sehr gut geeignet, über dessen Kosten und Raumbedarf freilich noch debattiert werden könne. Nicht zu diskutieren sei über den Sinn eines solchen Zentrums, wie die „heutigen wachsenden rechten Milieus unserer Region“ klar zeigten.

Hans-Joachim Lang, Her mit einem großen Lern- und Dokuzentrum!, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. Januar 2015
Lang widmet sich erneut dem geplanten Lern- und Dokuzentrum zum NS. Die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Zeit hält auch Lang für notwendig, schränkt seine Aussage aber sofort wieder ein: „Aber wer sich auf ein Wissensgebiet spezialisiert, verliert leicht das Gespür für Relationen. Zur Demokratiegeschichte gehören nicht nur die Niederlagen der Demokratie, sondern auch ihre Erfolge.“ Lang unterstellt dem Stadtarchivar Udo Rauch Sorgen, „dass im alten Güterbahnhof nicht genügend Platz für sein Archiv sein könnte, weil sich das Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus zu viel Platz für sich beansprucht“. Daher fordert Lang eine „Lobby“ für das Stadtarchiv.

Hans-Joachim Lang, Von der Annahme zur Tatsache, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. Januar 2015
Lang zieht die Aussage des Vereins LDNS in Zweifel, wonach es sich beim Beobachtungsstand in der ehemaligen Güterhalle um „ein seltenes authentisches Zeugnis des NS-Terrors in Tübingen“ handle. Sowohl die für Denkmalpflege zuständige Abteilung im Regierungspräsidium wie auch Stadtarchivar Udo Rauch teilen zwar die Auffassung des Vereins. Während letzterer jedoch behaupte, der Beobachtungsstand sei extra für die Überwachung sowjetischer Kriegsgefangener errichtet worden, habe Rauch eine solche Verwendung nur für möglich gehalten. Eigene Recherchen legten, so Lang, dagegen nahe, dass es sich lediglich um einen Brandwachenstand gehandelt habe, wie sie im Zuge des Luftkrieges ab 1940 landesweit gebaut wurden. Aufgrund der neuen Sachlage habe nun auch der Stadtarchivar seine frühere Einschätzung revidiert. Jedoch betonte Rauch weiterhin: „Er konnte die Funktion haben, den Bewachern einen halbwegs sicheren Ort zu gewähren.“ Und dass Zwangsarbeiter im ehemaligen Güterbahnhof eingesetzt wurden, ist zweifelsfrei.

Mathilde Dandl, Leserbrief: Ideale Gelegenheit, in: Schwäbisches Tagblatt, 26. Januar 2015
Die Leserin plädiert für ein Lern- und Dokumentationszentrum zum NS für Südwürttemberg, um Schülern die Möglichkeit zu „eigenständiger Recherche“ zu ermöglichen. Fahrten zu Gedenkorten etwa in Ulm ließen sich dagegen nur schwer mit dem vollen Terminkalender der Schüler vereinbaren.

Gerhard Bialas, Leserbrief: Den Bestand sichern, in: Schwäbisches Tagblatt, 28. Januar 2015
Bialas spricht sich für die Errichtung eines Lern- und Dokumentationszentrums zum NS in der ehemaligen Güterhalle aus. Die Frage, ob der Beobachtungsstand primär dem Brandschutz oder der Überwachung von Zwangsarbeitern gedient habe, sei irrelevant. Die Erinnerungsarbeit müsse auch dazu dienen, „sich nicht erneut mit deutsch-nationalen Parolen manipulieren zu lassen“.

Gerti Jülkenbeck, Leserbrief: Solche Kleingeisterei, in: Schwäbisches Tagblatt, 28. Januar 2015
Jülkenbeck kritisiert die Artikel von Hans-Joachim Lang scharf als „Kleingeisterei“. Denn: „Man könnte meinen, es gehe beim LDNS um Spezialfragen der Bau-Historie und nicht um Menschenschinderei!“

kai, Alle profitieren, in: Schwäbisches Tagblatt, 30. Januar 2015
Das Schwäbische Tagblatt berichtet über eine Pressemitteilung des LDNS, in welcher der Verein die öffentliche Debatte über das geplante Lern- und Dokumentationszentrum zum NS ausdrücklich begrüßt. Dass eine solche Institution in Konkurrenz zum Stadtarchiv stehen werde, wird ebenso ausdrücklich verneint. Vielmehr ergäben sich Synergieeffekte aus einer gemeinsamen Unterbringung in der ehemaligen Güterhalle. Auch halte der Verein daran fest, dass es sich bei Güterhalle und Verladebahnsteig um einen „authentische[n] Ort der Zwangsarbeit“ handle, der der didaktischen Vermittlung bedürfe. Eine Konzentration allein auf Tübingen hält der Verein für nicht sachgerecht.

Michael Schwarz, Leserbrief: Was soll der Quatsch, in: Schwäbisches Tagblatt, 4. Februar 2015
Schwarz fragt nach den Motiven hinter der LDNS-kritischen Berichterstattung durch Hans-Joachim Lang. Ein solches Zentrum, so Schwarz, „müsste doch eigentlich seine publizistischen Intentionen stützen“. Zudem kritisiert der Leser den geplanten Teilabriss der ehemaligen Güterhalle und fragt nach den Profitinteressen des Unternehmens Aurelis.

Elisabeth Tielsch, Leserbrief: Die Fixierung, in: Schwäbisches Tagblatt, 5. Februar 2015
Tielsch lobt Hans-Joachim Lang für dessen Parteinahme für das Stadtarchiv, dem ausreichend Platz in der ehemaligen Güterhalle eingeräumt werden soll. Das Archiv könne „über die gesamte Tübinger Stadtgeschichte“ informieren. „Die Fixierung auf die zwölf „braunen“ Jahre, die jetzt auch auf den über das Stadtgebiet verteilten Stelen des Geschichtspfads zu Tübingen im NS deutlich wird, kann damit aufgehoben und zu einer Einordnung in einen großen historischen Kontext werden.“

Max Steinacher, Leserbrief: Doppelte Chance, in: Schwäbisches Tagblatt, 5. Februar 2015
Auch von Steinacher bekommt Hans-Joachim Lang volle Unterstützung in seinem Bestreben, dem Stadtarchiv ausreichend Platz zu erstreiten.

Brigitte Mohn, Leserbrief: Ausreichend Platz, in: Schwäbisches Tagblatt, 6. Februar 2015
Mohn weist auf eine bislang in der Diskussion um die Unterbringung von Stadtarchiv und dem geplanten Lern- und Dokuzentrum zum NS nicht beachtete Tatsache hin: Das LDNS könne „problemlos auch Flächen im Untergeschoss der Güterhalle nutzen“ und benötige nur wenig Fläche im Erdgeschoss rund um den Beobachtungsstand. Sofern auf den Teilabriss der Halle verzichtet würde, wäre zudem für Archiv und LDNS „wahrlich ausreichend Platz“.

Angela Hauser, Adäquate Räume, in: Schwäbisches Tagblatt, 7. Februar 2015
Hauser kündigt für den DGB eine Teilnahme an dem vom LDNS vorgeschlagenen Runden Tisch zur künftigen Nutzung der ehemaligen Güterhalle an. Zudem unterstützt sie das Vorhaben des Vereins ausdrücklich.

Hartmann Doerry, Leserbrief: Unbestrittene Fakten, in: Schwäbisches Tagblatt, 10. Februar 2015
Doerry sieht in Lang und dem Verein LDNS „natürliche Verbündete“. Falls der ehemalige Güterbahnhof tatsächlich „Sammelpunkt für Gefangenen- und Zwangsarbeitertransporte“ gewesen sein sollte, müsse dieser als authentischer Ort für ein Lern- und Dokuzentrum erhalten bleiben. Doerry hofft, das bei dessen Eröffnung dann Lang einen Festvortrag halten werde.

Philipp Koebnik, Kooperation statt Konkurrenz, in: Schwäbisches Tagblatt, 2. März 2015
Koebnik berichtet von der Jahreshauptversammlung des Vereins LDNS. Dieser habe im abgelaufenen Jahr deutlich an Mitgliedern gewonnen. Der scheidende Vorsitzende Hans-Otto Binder betonte, man sehe sich nicht in Konkurrenz zu bestehenden Gedenkstätten, noch zum Stadtarchiv. Als Schwerpunkt des geplanten Lern- und Dokumentationszentrums zum NS nannte Binder das Thema NS-Zwangsarbeit, das bisher noch wenig erforscht sei. Ein anderes Desiderat werde hingegen gerade geschlossen. So werde in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt ein Buch zu den lokalen NS-Tätern erarbeitet. Neuer Vorsitzender des LDNS wurde Edgar Lersch, der künftig neben Zwangsarbeit auch die Rolle von Universität und Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt der Vereinstätigkeit rücken möchte.

Sabine Lohr, Platz für 1000 Bewohner, in: Schwäbisches Tagblatt, 14. März 2015
Lohr berichtet vom Fortgang der städtebaulichen Erschließung des Güterbahnhof-Areals. Hinsichtlich der Güterhalle habe das Denkmalamt einem Teilabriss zugestimmt, „weil es Aurelis wirtschaftlich nicht zumutbar sei, das Gelände sinnvoll zu entwickeln, wenn das gesamte Gebäude stehen bleiben würde.“ Das geplante Lern- und Dokumentationszentrum zum NS „könnte ins Stadtarchiv integriert werden“, zumindest nach Meinung des Baubürgermeisters Cord Soehlke.

Gernot Stegert, Neues großes Stadtquartier entsteht, in: Schwäbisches Tagblatt, 25. März 2015
Auch Stegert widmet sich dem neuen Stadtquartier am ehemaligen Güterbahnhof. Mit Blick auf die Nutzung der ehemaligen Güterhalle sei noch nichts entschieden. Stadtarchiv und das geplante Lern- und Dokumentationszentrum zum NS hätten gemeinsam Platz, außer ihnen dann aber nichts mehr. Soehlke sprach sich dagegen für eine gemischte Nutzung aus, unter anderem sind ein Café und eine Kita im Gespräch.

slo, Petition gegen Abriss, in: Schwäbisches Tagblatt, 17. April 2015
Der ehemalige Tübinger Lothar Letsche richtete eine Petition gegen den geplanten Teilabriss der ehemaligen Güterhalle an den Landtag. Dieser Petition schloss sich nun die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) an. Ausnahmsweise wurde die Abbruchgenehmigung dennoch erteilt, da es sich ein für die Wohnraumversorgung Tübingens wichtiges Projekt handle.

ST, Die vergessenen Opfer, in: Schwäbisches Tagblatt, 19. September 2015
Eine unter anderem vom Verein LDNS nach Tübingen geholte Wanderausstellung informiert ebenso wie Vorträge über die Verfolgung wohnungsloser Menschen im Nationalsozialismus. Ihnen drohte unter anderem Pflichtarbeit, Zwangssterilisation sowie Haft in Konzentrationslagern. Die Diskriminierung Wohnungsloser reicht historisch bis ins Kaiserreich zurück, und auch heute werden Obdachlose Opfer rechter Gewalttäter.

Sabine Lohr, Güterhalle ohne Lernzentrum, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. September 2015
Nach Willen der Stadtverwaltung soll kein Lern- und Dokumentationszentrum zum NS in der ehemaligen Güterhalle untergebracht werden. Die Verwaltung nannte den vom Verein LDNS angemeldeten Raumbedarf sowie ein „mangelndes inhaltliches Konzept und die nicht geklärte Finanzierung des Zentrums“ als weitere Gründe für die Nichtberücksichtigung. Der Verein reagierte mit einer Stellungnahme, die an alle Fraktionen geschickt wurde. Ihnen schlug das LDNS vor, hauptsächlich das Untergeschoss nutzen zu wollen, das aufgrund der Hochwassergefährdung für das Archiv nicht in Frage käme. Zudem würden rund 60 Quadratmeter rund um den Beobachtungsstand sowie ein gemeinsam mit dem Archiv nutzbarer Veranstaltungsraum benötigt. Zur Finanzierung will der Verein Fördermittel beantragen.

o.V., Räume fürs Dokuzentrum, in: Schwäbisches Tagblatt, 25. September 2015
Christine Arbogast, Erste Bürgermeisterin, sichert dem Verein LDNS Räumlichkeiten in der ehemaligen Güterhalle zu, sobald dieser ein detailliertes Konzept vorlege. Im Haushaltsplan seien dafür 300 000 Euro vorgesehen.

Leila Proft, Vergessene Opfer, in: Schwäbisches Tagblatt, 28. September 2015
Nachdem die von Wolfgang Ayaß (Kassel) konzipierte Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ vor einigen Jahren im Tübinger Männerwohnheim gezeigt worden war, ist sie nun in der VHS zu sehen. Ayaß ging im Vortrag zur Ausstellungseröffnungortrag auf die Verfolgung von „Asozialen“ im Nationalsozialismus ein. Darunter wurden immer weitere Gruppen gefasst, jedoch wurden alle als „arbeitsscheu“ bezeichnet. Schon 1933 sei es zu einer reichsweiten Razzia gegen Wohnungslose gekommen. „Die Medien stellten die Wohnungslosen nicht als Bedürftige, sondern raffinierte Schmarotzer dar.“ Aufgrund ihrer Rassenideologie führten die Nationalsozialisten auch Zwangssterilisationen an Wohnungslosen durch. In den Konzentrationslagern stellten die als „asozial“ Bezeichneten zeitweise die größte Häftlingsgruppe. Nach dem Krieg blieb ihnen eine Wiedergutmachung verwehrt, erst in den 1980ern wurde an ihr Schicksal erinnert.

jol, Güterhalle ohne Kita, in: Schwäbisches Tagblatt, 30. September 2015
Der Planungsausschuss des Gemeinderats tagte zur künftigen Nutzung der ehemaligen Güterhalle. Dort solle nun auch das geplante Lern- und Dokumentationszentrum zum NS untergebracht werden. Edgar Lersch, neuer Vorsitzender des LDNS, habe eine Reduktion der vom Verein gewünschten Fläche sowie eine inhaltliche Neuausrichtung in Aussicht gestellt. Es sei nun keine „Zwangsarbeiter-Gedenkstätte für ganz Südwürttemberg“ mehr geplant.

Dorothea Kliche-Behnke, Leserbrief: Nicht mehr warten, in: Schwäbisches Tagblatt, 1. Oktober 2015
Kliche-Behnke zeigt sich über die Pläne zur gemeinsamen Unterbringung von Stadtarchiv und geplantem Lern- und Dokumentationszentrum zum NS erfreut. Über die Notwendigkeit von letzterem sei nun nicht mehr zu debattieren: „Gerade in diesen Zeiten müssen wir doch nicht erklären, warum es wichtig ist, über den Schulunterricht hinaus historisches Wissen und kulturelle Bildung zu begeistern, über Vielfalt, die Abkehr von Rassismus und Diskriminierung und über Toleranz nachzudenken.“

Gernot Stegert, Das Stadtarchiv ins historische Gebäude, in: Schwäbisches Tagblatt, 7. Oktober 2015
Der Gemeinderat beschloss, neben dem Stadtarchiv und einem Café auch das geplante Lern- und Dokuzentrum zum NS in der ehemaligen Güterhalle unterzubringen. Einige Mitglieder des Gemeinderates hätten das Stadtarchiv lieber an anderer Stelle errichtet. Die Stadträte lobten die nun realistischeren Pläne des Vereins LDNS, für die die Stadt 300 000 Euro in Aussicht stellte.

Harald Kersten, Leserbrief: Provinzialismus, in: Schwäbisches Tagblatt, 9. Oktober 2015
Kersten stellt einige Punkte der Tagblatt-Berichterstattung richtig: Der Verein LDNS habe anders als behauptet nie eine „Zwangsarbeiter-Gedenkstätte“ geplant gehabt, sondern immer ein Lernzentrum. Zudem habe der Beobachtungsstand sowohl dem Brandschutz als auch „der Bewachung der Zwangsarbeiter“ gedient.

Ingrid Fischer, Leserbrief: Kein Besuchermagnet, in: Schwäbisches Tagblatt, 9. Oktober 2015
Die CDU-Stadträtin kritisiert die Unterbringung des Archivs in der ehemaligen Güterhalle. Stattdessen hätten dort eine Kita, ein Büro, ein Café und das geplante Lern- und Dokumentationszentrum zum NS einziehen können. Diese Lösung hätte einen entscheidenden Vorteil: „Die Stadt hätte vier dringend notwendige Sozialwohnungen mehr […].“

Achim Stricker, Im Zug nach Auschwitz, in: Schwäbisches Tagblatt, 21. Oktober 2015
Stricker zeigt sich begeistert vom Yellow String Quartet, das Stücke dreier jüdischer Komponisten in der Martinskirche dargeboten hatte. Mitveranstalter war das LDNS.

Udo Rauch, Stadtarchiv im Güterbahnhof, in: Schwäbisches Tagblatt, 28. Oktober 2015
Rauch sieht in der gemeinsamen Unterbringung von Stadtarchiv und geplantem Lern- und Dokuzentrum zum NS „Synergieeffekte für beide Seiten“.

 

2014

Manfred Hantke, Authentisches Material, in: Schwäbisches Tagblatt, 26. April 2014
Manfred Hantke berichtet über den Ankauf der „Sammlung Wedlich“ durch das LDNS. Sie enthält über 4000 Bücher und Zeitschriften aus der NS-Zeit, darunter Schul- und Jugendbücher, Romane, Kriegsbücher sowie Liederbücher der Hitlerjugend und der Wehrmacht. Die Sammlung soll später als Quellenmaterial für Schülerinnen und Schüler dienen, die sich kritisch mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzen sollen.
Der Tübinger Sammler Widolf Wedlich, 1931 geboren, hatte die NS-Zeit in HJ und Napola selbst miterlebt. Über 60 Jahre war er mit dem Aufbau seiner Sammlung beschäftigt, wobei sein Hauptsammelgebiet der Deutsch-Französische Krieg 1870/1 darstellt.

Renate Angstmann-Koch, NSU: Enquete ist ein zu stumpfes Schwert, in: Schwäbisches Tagblatt, 19. Juli 2014
Renate Angstmann-Koch nimmt die vom LDNS getragene Veranstaltung mit Clemens Binninger zu den Rechtsterroristen des NSU zum Anlass, in einem Kommentar die ablehnende Haltung der SPD gegenüber einem Untersuchungsausschuss im Landtag zu kritisieren. Rita Haller-Haid hatte auf der Veranstaltung auf die vom Innenministerium eingesetzte „Ermittlungsgruppe Umfeld“ verwiesen, Binninger für einen mit umfangreicheren Rechten ausgestatteten Untersuchungsausschuss plädiert.

Renate Angstmann-Koch, Den einen zentralen Fehler gab es nicht, in: Schwäbisches Tagblatt, 19. Juli 2014
In einem ausführlichen Bericht widmet sich Angstmann-Koch der LDNS-Veranstaltung mit Clemens Binninger, Mitglied des NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestags. Binninger kritisierte den Umgang des Verfassungsschutzes mit V-Leuten, wies jedoch aktive Beteiligungen der Geheimdienste an der NSU-Mordserie zurück. Im Gegensatz zum Generalbundesanwalt ist Binninger der Meinung, dass der NSU weitere Unterstützer gehabt haben muss. Bezüglich des Mordes an der Polizistin M. Kiesewetter hielt er Zweifel an der Zufallsopfer-These für angebracht.

Ulla Steuernagel, Politische Bildung der Schule verwiesen, in: Schwäbisches Tagblatt, 23. Juli 2014
In ihrem Kommentar nimmt Steuernagel dazu Stellung, dass die Schulleitung des Kepler-Gymnasiums ein LDNS-Plakat zur Diskussion mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Clemens Binninger über den NSU entfernen ließ. Die Schule sah Parteilichkeit, was nach Auffassung Steuernagels doch eigentlich politische Bildung war. Sie wirft der Schulleitung daher „überängstliche Paragrafenhuberei, [.. und] obrigkeitliche Denkfaulheit“.

Ulla Steuernagel, Kepler-Gymnasium in Dauerkarenz?, in: Schwäbisches Tagblatt, 23. Juli 2014
Steuernagel berichtet von dem vergeblichen Versuch des LDNS-Mitglieds Michael Kuckenburg, ein Plakat zu seiner Veranstaltung mit dem CDU-Politiker Clemens Binninger auch am Kepler-Gymnasium auszuhängen. Während alle anderen Schulen es ohne Bedenken aushängten, beriefen sich die Schulleiter des Kepler-Gymnasiums auf die politische Neutralitätspflicht der Schulen. Dieser Lesart jedoch widersprach das Oberschulamt mit Blick auf die beworbene Veranstaltung explizit.

Anton Brenner, Leserbrief: Verbots-Elite, in: Schwäbisches Tagblatt, 25. Juli 2014
Brenner kritisiert die Weigerung der Schulleitung des Kepler-Gymnasiums, das Veranstaltungsplakat zur Aufklärung der NSU-Morde aufzuhängen.

Frank Schirm, Leserbrief: Wie politisch darf…, in: Schwäbisches Tagblatt, 29. Juli 2014
Der Leser wirft der Schulleitung des Kepler-Gymnasiums vor, selbst politisch gehandelt zu haben, als sie das Plakat zur Veranstaltung mit C. Binninger (CDU) nicht aufhängen ließ.

Ulrich Eisele, „Äußerst problematische Ideologien“, in: Schwäbisches Tagblatt, 3. September 2014
Das Tagblatt berichtet über die 180-seitige Dokumentation des LDNS-Mitglieds H. P. Hellermann zur Rechtslastigkeit des Rottenburger Kopp-Verlags. Co-Autor der Dokumentation ist der ehemalige Stadtrat A. Bodenmiller. Anlass für die Arbeit war letztlich der unkritische Umgang der Stadt Rottenburg mit dem dort ansässigen Verlag. Laut Hellermann sind die einschlägigen Bücher aufgrund unverfänglicher Titel nicht auf den ersten Blick als rechtslastig zu erkennen. Unter den Autoren des Verlages finden sich NPD-Funktionäre wie Olaf Rose, und „in der Sparte Politik konzentriere sich das Angebot auf verschwörungstheoretische, rechtslastige, geschichtsrevisionistische und krass neoliberale sowie antisozialstaatliche Veröffentlichungen“.

Jochen Kopp, „Tendenziöses und manipulatives Machwerk“, in: Schwäbisches Tagblatt, 3. September 2014
Der Verlagschef weist die Vorwürfe von Hellermann und Bodenmiller zurück.  da die in der Dokumentation aufgeführten Bücher nur „0,01 Prozent der lieferbaren Bücher“ umfasse.
[Dafür muss Kopp jedoch auf die 1,7 Millionen Titel der „Datenbank Verzeichnis lieferbarer Bücher“ verweisen, die über seinen Verlag bezogen werden können. Wie es mit den von Kopp selbst verlegten Büchern aussieht, verschweigt er. Der Rest der Stellungnahme erschöpft sich darin, gegen Hellermann und Bodenmiller zu polemisieren. (Kommentar des Verfassers)]

Heidi Wolff, Leserbrief: Nichts aufgefallen, in: Schwäbisches Tagblatt, 10. September 2014
Wolff, nach eigenen Angaben Mitarbeiterin des Kopp-Verlags, verteidigt ihren Arbeitgeber. Ihr sei bisher keine Rechtslastigkeit aufgefallen.

Adolf Wagner, Leserbrief: Geistiges Juckpulver, in: Schwäbisches Tagblatt, 5. September 2014
Wagner verteidigt den Kopp-Verlag, da er „[g]eistiges Juckpulver“ zur Verfügung stelle.

Bodo Rahn, Leserbrief: Böseste Bösewichter, in: Schwäbisches Tagblatt, 16. September 2014
B. Rahn fordert entschiedenes Engagement gegen „Antisemitismus und neonazistisches Gedankengut“ und lobt die Dokumentation von Hellermann und Bodenmiller als solches.

Niels Birbaumer, Leserbrief: Politisches Gift, in: Schwäbisches Tagblatt, 18. September 2014
Birbaumer sieht „gefährliche rechtsradikale Elemente“ im Programm des Kopp-Verlags. Die Dokumentation von Hellermann und Bodenmiller sieht er als „wichtigen und wertvollen Beitrag zur Aufklärung über nationalsozialistisches Gedankengut“.

Wolfgang Schäfer, Leserbrief: Hetzerisch, in: Schwäbisches Tagblatt, 18. September 2014
W. Schäfer kritisiert das Tagblatt für die Veröffentlichung von Kopps Stellungnahme. Sie sei „hetzerisch, beleidigend wie seine selbst verlegte Literatur“. Er verweist auf Drohanrufe, die Bodenmiller erhielt, nachdem Kopp dessen Kontaktdaten online veröffentlicht hatte.

Sabine Lohr, Aus Gleisfeld wird Quartier, in: Schwäbisches Tagblatt, 1. Oktober 2014
Lohr berichtet über die Pläne zur Erschließung des Güterbahnhof-Areals. Die Güterhalle bleibe erhalten, und mit ihr der von den Nationalsozialisten errichtete „Beobachtungsstand“, von dem aus „Zwangsarbeiter beaufsichtigt“ worden seien. Zudem solle in der Güterhalle möglicherweise „ein Lern- und Dokumentationszentrum zur NS-Zeit in das Gebäude einziehen“.

sg, Für reinen Gedenkort, in: Schwäbisches Tagblatt, 7. Oktober 2014
Der Landes- und Kreisvorstand der VVN fordert den vollständigen Erhalt der ehemaligen Güterhalle. Zudem solle sie in einen reinen Gedenkort umgewandelt werden, da eine gastronomische Nutzung etwa dem Gedenken an die „verschleppte[n], gequälte[n] und umgebrachte[n] Opfer“ nicht angemessen sei.

Sabine Lohr, Protest gegen Teilabriss, in: Schwäbisches Tagblatt, 14. November 2014
Lohr berichtet über den Protest der VVN gegen den geplanten Teilabriss der ehemaligen Güterhalle. Ursprünglich sei von der Eigentümerin des Areals, der Firma Aurelis, ein Komplettabriss geplant gewesen. „Allerdings steht das ganze Ensemble unter Denkmalschutz. Nicht nur, weil es ein Dokument der Industriegeschichte ist, sondern vor allem, weil im Gebäude ein „Beobachtungsstand“ erhalten ist. Von diesem Stand aus haben während des Zweiten Weltkrieges Wachmänner russische Zwangsarbeiter beaufsichtigt.“ Mittlerweile habe Aurelis das Gebäude an die Stadt verkauft, der Verein LDNS setze sich für eine ausschließliche Nutzung als Lern- und Dokumentationszentrum zum NS ein. Während die VVN dies unterstütze, bestehe Baubürgermeister Soehlke auf einer Mischnutzung.

Michael Schwarz, Leserbrief: Profitmaximierung, in: Schwäbisches Tagblatt, 19. November 2014
M. Schwarz kritisiert den geplanten Teilabriss der ehemaligen Güterhalle. Dieser gefährde die Schaffung eines regionalen Lern- und Dokumentationszentrums zum Nationalsozialismus. Schwarz vermutet dahinter Profitinteressen der Investoren und verweist dagegen auf den Denkmalschutz.

Tim Kiehnle, Leserbrief: Kikeriki, in: Schwäbisches Tagblatt, 20. November 2014
Kiehnle fordert verschiedene BürgerInnen auf, gegen den geplanten Teilabriss der Güterhalle beim Baudezernat zu protestieren. Er sieht in der Güterhalle ein „unversehrte[s], denkmalgeschützte[s] Mahnmal […] der völkerrechtswidrig zur Zwangsarbeit missbrauchten sowjetischen, russischen Kriegsgefangenen“.
Das Tagblatt fasste seinen Leserbrief fälschlicherweise als ironisch auf.

Hans-Joachim Lang, Baubeginn im neuen Quartier ist in zwei Jahren, in: Schwäbisches Tagblatt, 20. November 2014
Lang verweist unter anderem auf die geplante „Mischnutzung durch Stadtarchiv, NS-Dokumentationszentrum, Kinderbetreuungseinrichtung, Gastronomie und Einzelhandel.“

Annette Schmidt, Leserbrief: Ein Kompromiss, in: Schwäbisches Tagblatt, 24. November 2014
Die grüne Stadträtin verteidigt den Teilabriss der ehemaligen Güterhalle. Dies habe keinen Einfluss auf die mögliche Schaffung eines Lern- und Dokumentationszentrums zum NS an dieser Stelle.

Gerti Jülkenbeck, Leserbrief: Ganz erhalten bleibt, in: Schwäbisches Tagblatt, 8. Dezember 2014
Jülkenbeck spricht sich für den Erhalt der ehemaligen Güterhalle aus. „Besonders für die junge Generation wäre ein historischer Lernort in vertrauter Umgebung ein wichtiger Baustein zur politischen Bildung.“

Ute Kaiser, Keine Randerscheinung, in: Schwäbisches Tagblatt, 21. November 2014
Kaiser berichtet über eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, in der auch H. P. Hellermann vom Verein LDNS über die Rolle von Frauen im baden-württembergischen Rechtsextremismus berichtete. Er ging in seinem Vortrag etwa auf die Bisingerin Edda Schmidt ein, die seit 1968 in der NPD aktiv ist. Hellermann verwies auf „Zusammenhänge zwischen der Thüringer Neonazi-Szene und den hiesigen Rechten“.