Ausländische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter waren in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs wichtige Arbeitskräfte in der Kriegswirtschaft. Auch in Tübingen gehörte Zwangsarbeit zum Kriegsalltag und war ein allgegenwärtiges Massenphänomen. Mehr als 1.600 Frauen und Männer aus 15 unterschiedlichen Ländern Europas leisteten im Krieg Zwangsarbeit in Tübingen. Zwangsarbeiter arbeiteten für die Reichsbahn, in den Universitätskliniken, aber auch für Gärtnereien, Rüstungsbetriebe und auf Bauernhöfen.

Neun Tafeln informieren über die Unterbringung, Arbeitsorte, Ernährung, Freizeit, das Verhältnis zur Tübinger Bevölkerung, die rassistische Hierarchisierung, Strafmaßnahmen und die Erinnerung an Zwangsarbeit nach 1945. Fotos und Briefe von Zwangsarbeitern geben eine neue Sichtweise auf Tübingen im Zweiten Weltkrieg.

Die neukonzipierte Wanderausstellung des LDNS (Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus e.V.) zeigt die heterogene Situation von Zwangsarbeit in Stadt und Universität Tübingen zwischen 1939 und 1945 auf. Die Präsentation im Stadtmuseum Tübingen vom 09.11.2019 – 19.01.2020 ist die erste Station der Wanderausstellung.‘

Organisation: Verein „Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus“, Tübingen (LDNS e.V.)
Ausstellungsort: Stadtmuseum Tübingen, 3. OG, Kornhausstr. 10, 72070 Tübingen
Ausstellungseröffnung: Freitag, 8. November 2019 um 18 Uhr
Ausstellungszeitraum: 09. November 2019 – 19. Januar 2020
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 11 – 17 Uhr, EINTRITT FREI
Kontakt: anfragen@ldns-tuebingen.de